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Deutsche Ausgleichsbank

Deutsche Ausgleichsbank (DtA)

Förderung von Existenzsicherung und -gründung

Die Deutsche Ausgleichsbank (DtA), Bonn, bietet verschiedene Darlehensformen bzw. Förderprogramme an: Mikro-Darlehen, Startgeld, ERP-Existenzgründungsprogramm und ERP-Eigenkapitalhilfe (EKH-Programm).

1 DtA Mikro-Darlehen

Dieses Darlehen unterstützt Kleinstgründungen mit einem Fremdfinanzierungsbedarf von 25.000 Euro. Gefördert werden Existenzgründungen (zunächst auch als Nebenerwerb und als zweite Gründung), Unternehmensübernahmen, aktive Beteiligungen an einem Unternehmen sowie bestehende Unternehmen mit maximal 10 Beschäftigten bis drei Jahre nach der Gründung.

100 Prozent des Finanzierungsbedarfs kann eingesetzt werden. Die Finanzierung ist auch bei geringen oder gar nicht vorhandenen Sicherheiten möglich, da der Hausbank eine Haftungsfreistellung von 80 Prozent (obligatorisch) gewährt wird – diese Darlehen werden von einer Bürgschaft des Europäischen Investitionsfonds (EIF) unterstützt. Die Laufzeit des Darlehens, das über die Hausbank schnell und unbürokratisch beantragt werden kann, beträgt 5 Jahre, davon ½ Jahr tilgungsfrei. Bei einer Auszahlung von 100 Prozent beträgt der Zinssatz rund 9 Prozent und ist für die gesamte Laufzeit fest (aktueller Zinssatz siehe http://www.dta.de).

Eine Kombination mit anderen DtA-Förderprogrammen ist nicht möglich.

2 DtA-Startgeld

Um insbesondere Gründern mit geringem Finanzierungsbedarf den Schritt in die Selbstständigkeit zu ermöglichen, wird ein Startgeld für betrieblich bedingte Investitionen und Betriebsmittel gewährt. Gefördert wird auch die Übernahme einer tätigen Beteiligung. Antragsberechtigt sind natürliche Personen und kleine Unternehmen mit höchstens 100 Beschäftigten.

Die Förderung wird als Darlehen gewährt. Der Höchstbetrag beläuft sich auf 50.000 Euro, die Laufzeit auf bis zu 10 Jahre, davon 2 tilgungsfreie Jahre. Der Zins ist für die gesamte Laufzeit fest und liegt bei etwa 7 Prozent bei 96 Prozent Auszahlung (aktueller Zinssatz siehe http://www.dta.de). Bis zu 100 Prozent des Gesamtfinanzierungsbedarfs kann gedeckt werden, der Antragsteller sollte sich jedoch durch Einsatz eigener Mittel am Vorhaben beteiligen. Die Hausbank, über die das Stargeld bei der Deutschen Ausgleichsbank beantragt wird, wird durch eine obligatorische Haftungsfreistellung von 80 Prozent entlastet.

Eine Kombination mit anderen DtA-Förderprogrammen ist nicht möglich.

3 DtA-Existenzgründungsprogramm

Durch dieses Programm soll neben der Unterstützung einer gewerblichen Existenzgründung auch die Existenzfestigung gefördert werden. Investitionen zur Festigung einer selbstständigen Existenz werden nur innerhalb der ersten acht Jahre nach der Geschäftseröffnung gefördert. Antragsberechtigt sind natürliche Personen sowie kleine und mittlere Unternehmen; ausgenommen sind Sanierungsfälle. Der Antragsteller soll sich mit eigenen und sonstigen Mitteln in angemessenem Umfang an dem Vorhaben beteiligen.

Der Gründung einer selbstständigen Existenz sind der Erwerb eines Unternehmens oder eine tätige Beteiligung gleichgestellt. Zu den Investitionen zur Festigung einer selbstständigen Existenz zählen unter anderem die Errichtung von Filialen, die Erweiterung oder Umstellung des Sortiments, die Aufstockung des Warenlagers oder die Standortsicherung (zum Beispiel durch Erwerb bisher gemieteter Betriebsräume). Das Darlehen wird bis zu 75 Prozent der Investition gewährt. Der Höchstbetrag beläuft sich in der Regel auf 2 Millionen Euro, der Mindestbetrag 2.500 Euro. Ausgezahlt werden 96 Prozent des Darlehensbetrags.

Die Deutsche Ausgleichsbank kann auf Antrag der Hausbank für Vorhaben in den neuen Ländern und im Ostteil Berlins eine 50prozentige Haftungsfreistellung und für Vorhaben in den alten Ländern eine 40prozentige Haftungsfreistellung gewähren. Nimmt man die Haftungsfreistellung in Anspruch, erhöht sich der Zinssatz um 0,90 Prozent.

Für die Laufzeit der Kredite gibt es drei Möglichkeiten:

- bis zu 10 Jahre, davon 2 Jahre tilgungsfrei, Festzins 4 bis 5 Prozent,
- bis zu 20 Jahre, davon 3 Jahre tilgungsfrei, Festzins für die ersten 10 Jahre 4 bis 5 Prozent,
- 15 Jahre, rückzahlbar in einer Summe am Ende der Laufzeit. Festzins für die ersten 10 Jahre etwa 5 Prozent.


Für aktuelle Zinssätze siehe http://www.dta.de.

4 ERP-Existenzgründungsprogramm

Die Errichtung und Übernahme von Unternehmen sowie damit im Zusammenhang stehende Investitionen werden innerhalb von drei Jahren nach der Existenzgründung oder einer tätigen Beteiligung durch zinsgünstige Kredite aus dem ERP-Sondervermögen gefördert. Auch Existenzsicherungen innerhalb von drei Jahren nach der Gründung sowie Betriebsverlagerungen, die einer Gründung gleichkommen, sind förderfähig.

Antragsberechtigt sind Existenzgründer im Bereich der gewerblichen Wirtschaft. Das geförderte Vorhaben muss für den Antragsteller eine selbstständige Existenz als Haupterwerbsgrundlage darstellen. Der Antragsteller muss die erforderliche fachliche und kaufmännische Qualifikation besitzen. In den neuen Bundesländern darf der Jahresumsatz 50 Millionen Euro, in den alten Bundesländern und in Berlin 40 Millionen Euro nicht übersteigen.

Der Finanzierungsanteil der ERP-Mittel darf in den alten Bundesländern und im Westteil Berlins 50 Prozent, in den neuen Ländern und im Ostteil Berlins 75 Prozent der förderfähigen Bemessungsgrundlage nicht übersteigen. Mit anderen öffentlichen Mitteln (zum Beispiel Landesdarlehen, Eigenkapitalhilfe) zusammen liegt die Obergrenze bei 75 Prozent der Bemessungsgrundlage. Der Höchstbetrag des Darlehens beträgt in den neuen Ländern und Berlin (Ost) 1 Million Euro, in den alten Ländern und Berlin (West) 500.000 Euro.

Ausgezahlt werden 100 Prozent des Darlehensbetrags; Laufzeiten:
- in den neuen Ländern bis 15 Jahre, für Bauvorhaben bis 20 Jahre, davon 5 Jahre tilgungsfrei; Zinssatz 4 bis 5 Prozent, für die ersten 10 Jahre fest
- in den alten Ländern bis 10 Jahre, für Bauvorhaben bis 15 Jahre, davon 3 Jahre fest; Zinssatz etwa 5 Prozent
(aktueller Zinssätze siehe http://www.dta.de).

Das ERP-Darlehen soll in gleichen Halbjahresraten getilgt werden. Es kann vom Kreditnehmer jederzeit ganz oder teilweise zurückgezahlt werden. Das ERP-Darlehen, das von der Deutschen Ausgleichsbank zur Verfügung gestellt und von der Hausbank vergeben wird, ist banküblich abzusichern. Als Sicherheit kommen zum Beispiel Bürgschaften von Bürgschaftsbanken oder Bundesländern in Frage.

Eine zusätzliche Förderung aus dem ERP-Eigenkapitalhilfe-Programm ist möglich.

5 ERP-Eigenkapitalhilfe-Programm (EKH-Programm)

Das EKH-Programm fördert Existenzgründungsvorhaben in der mittelständischen Wirtschaft, die eine tragfähige, selbstständige Vollexistenz erwarten lassen, und Existenzsicherungsinvestitionen. Die Eigenkapitalhilfe als Hilfe zur Selbsthilfe wird aus Mitteln des ERP-Sondervermögens – abgesichert durch die Garantie des Bundes – geleistet. Eine Förderung ist nur möglich, wenn ohne sie die Durchführung des Vorhabens wegen einer nicht angemessenen Basis an haftendem Kapital wesentlich erschwert wäre.

Neben der Gründung einer selbstständigen Existenz können auch tätige Beteiligungen mit unternehmerischem Einfluss sowie Betriebsübernahmen gefördert werden. Förderfähig sind (Bemessungsgrundlagen) betriebsnotwendige Investitionen bzw. ein zu zahlender Kaufpreis, die Beschaffung bzw. Aufstockung des Warenlagers (in den neuen Ländern voll, im übrigen Bundesgebiet bis zu 30 Prozent der Bemessungsgrundlage) sowie Markterschließungsaufwendungen.

Falls es sich um eine Investition zur Festigung der selbstständigen Existenz handelt, kann diese nur maximal zwei Jahre nach der Existenzgründung - in den neuen Ländern maximal vier Jahre - gefördert werden. Antragsberechtigt sind natürliche Personen mit der erforderlichen fachlichen und kaufmännischen Qualifikation. Der Antragsteller sollte sich hinsichtlich seines Vorhabens fachlich beraten lassen. Dem Antrag muss die Stellungnahme einer unabhängigen und fachlich kompetenten Stelle beigefügt werden.

Der Höchstbetrag beläuft sich auf 500.000 Euro je Antragsteller. Die eingesetzten eigenen Mittel sollen 15 Prozent der Bemessungsgrenze nicht unterschreiten; sie können mit Eigenkapitalhilfe bis auf 40 Prozent der Bemessungsgrundlage aufgestockt werden. Bei Festigungsinvestitionen in den neuen Ländern und Berlin kann Eigenkapitalhilfe unter Anrechnung anderer öffentlicher Mittel bis auf 75 Prozent der Bemessungsgrundlage aufgestockt werden.

Bei Auszahlung von 96 Prozent beträgt die Laufzeit maximal 20 Jahre. Die Tilgung beginnt nach 10 tilgungsfreien Jahren in 20 gleichen Halbjahresraten. Bei einer vorzeitigen Tilgung innerhalb der ersten 7 Jahre sind Zinsen nachzuzahlen; dies gilt nicht im Zusammenhang mit der Aufgabe der selbstständigen Existenz.

In den ersten fünf Jahren wird der Zinssatz um eine bestimmte Anzahl von Prozentpunkten verbilligt. Dementsprechend ist der jeweilige Zinssatz von der Entwicklung des Kapitalmarktes abhängig (zwischen 0 und 5 Prozent). Vom sechsten bis einschließlich zehnten Jahr beträgt der Zinssatz 6 Prozent, in den neuen Ländern und Berlin etwas weniger (aktuelle Zinssätze siehe http://www.dta.de). Ende des zehnten Jahres wird der Zinssatz für die Restlaufzeit neu festgelegt. Das Garantieentgelt beträgt 0,7 Prozent der jeweiligen Höhe der Eigenkapitalhilfe. Beim Eigenkapitalhilfe-Programm haftet der Antragsteller persönlich; eine Mithaftung des Ehepartners kommt unter bestimmten Voraussetzungen in Frage.

6 Fazit

Die Finanzierungsangebote der DtA sind vor allem darauf ausgerichtet, die Gründung sowie die Sicherung von Existenzen zu unterstützen. Dabei sollen besonders junge Unternehmen angesprochen werden. Für die neuen Bundesländer gelten meist andere Konditionen als für die alten.